Diebstahlsdelikte

Diebstahlsdelikte gehören zu den Eigentums- und Vermögensdelikten und zählen zu den gängigsten Straftatbeständen. 

Diebstahl

Der Tatbestand des Diebstahls § 242 StGB setzt neben der Wegnahme einer fremden beweglichen Sache, zusätzlich einen Enteignungsvorsatz voraus. Es muss insofern nachgewiesen werden, dass der Täter den ursprünglichen Eigentümer von seiner bisherigen Stellung als Eigentümer dauerhaft verdrängen wollte. Zudem muss der Täter mit Aneignungsabsicht handeln, sich somit die Sache oder den Wert der Sache verleiben. 

Der sogenannte „Ladendiebstahl“ ist dabei die gängigste Erscheinungsform. Hier werden voreilig Anzeigen wegen Diebstahl erstattet, obwohl die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. 

Besonders schwere Fälle des Diebstahls

Der besonders schwere Fall des Diebstahls führt in § 243 Abs. 1 S. 2 StGB zunächst in Nr. 1 vier Tatmodalitäten des Einbruchdiebstahls, in Nr. 2 Diebstahl besonders gesicherter Sachen und in Nr. 3 den gewerbsmäßigen Diebstahls auf. Daran schließen sich der Kirchendiebstahl in Nr. 4, der gemeinschaftliche Diebstahl in Nr. 5, der Diebstahl unter Ausnutzung hilfloser Lagen in Nr. 6 sowie der Diebstahl von Waffen oder Sprengstoff in Nr. 7 an. 

Bei Verwirklichung droht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren. 

Anders stellt es sich bei § 244 StGB (Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl) und § 244a StGB (schwerer Bandendiebstahl) um tatbestandlichen Qualifikationen des Diebstahls. Das Gesetz sieht bei Begehung Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Unterschlagung

Der Straftatbestand der Unterschlagung umfasst alle Formen der rechtswidrigen Zueignung von fremden Sachen, unabhängig vom Vorliegen einer Wegnahme.