Strafbefehl

Ein Strafbefehl ist eine auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Gericht ohne Verhandlung verhängte Strafe für geringfügige Delikte. Hierdurch soll leichte Kriminalität ohne mündliche Verhandlung durch einen schriftlichen Strafbefehl zu einer rechtskräftigen Verurteilung und gleichzeitig zur Entlastung der Staatsanwaltschaft und Gericht führen. Diese Art von Verfahren kann jedoch auch im Interesse des Beschuldigten liegen, ohne großes Aufsehen, Kosten und Verzögerungen, eine Verurteilung hinzunehmen. 

Unter geringfügige Delikte oder leichte Kriminalität sind Vergehen nach § 12 Abs. 2 StGB gemeint, in denen als Strafe lediglich Geldstrafen in Frage kommen. 

Gegen einen Strafbefehl besteht die Möglichkeit innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung, Einspruch einzulegen. Dieser kann schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle eingelegt werden. Wichtig ist, dass der Einspruch innerhalb der zweiwöchigen Frist bei Gericht eingeht. Der Einspruch muss nicht zwangsläufig begründet werden. Das zuständige Gericht bestimmt einen Termin zur Hauptverhandlung um das Hauptverfahren durchzuführen. Im Hauptverfahren erfolgt die Beweisaufnahme im beschleunigtem Verfahren. Das Verfahren endet anschließend wie in einem normalen Strafverfahren durch Urteil, Freispruch oder Einstellung.

Letztendlich kann ein Strafbefehl dieselben Konsequenzen wie ein normales Strafverfahren für den Betroffenen bedeuten. Insofern kann es ratsam sein, bei Bedenken gegen den Strafbefehl immer Einspruch innerhalb der Frist einzulegen. Als Strafverteidiger werde ich die Ermittlungsakten anfordern und anschließend zusammenfassen können, ob eine Hauptverhandlung ratsam wäre oder man den Einspruch doch noch zurücknehmen sollte. Auch wenn der in dem Strafbefehl dargelegte Sachverhalt im Wesentlichen richtig ist, besteht die Möglichkeit Einspruch einzulegen, diesen jedoch auf das Strafmaß zu beschränken, weil die im Strafbefehl festgesetzte Strafhöhe unverhältnismäßig ist. Denn die Geldstrafe hängt vom Einkommen und der finanziellen Situation des Betroffenen ab. In der Regel hat weder die Staatsanwaltschaft noch das Gericht Kenntnis über die finanzielle Situation des Betroffen, weshalb diese zwangsläufig geschätzt werden muss und oftmals unverhältnismäßig hoch ausfällt.   

Sobald die zweiwöchige Frist verstrichen ist, wird der Strafbefehl rechtskräftig. So wird einerseits die im Strafbefehl festgesetzte Strafe fällig. Andererseits ist hiermit ein Eintrag in das Bundeszentralregister (BZR) verbunden. Je nach Art und Höhe der Strafe, kann diese auch im polizeilichem Führungszeugnis sichtbar sein und weitaus erhebliche Nachteile mit sich bringen.  

Sollten Sie einen Strafbefehl per Post erhalten haben und hiergegen vorgehen wollen, sollten Sie schnellstmöglich mich kontaktieren.