Verkehrsstrafrecht

Illegales Autorennen, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Führerscheinentzug

Verkehrsstraftaten sind von einfachen Ordnungswidrigkeiten zu trennen. Sie dienen in erster Linie zur Sicherheit des Straßenverkehrs. Eine Verkehrsstraftat kann zu einem Führerscheinentzug/Führerscheinverlust führen. 

Zu den Verkehrsstraftaten gehören auch u.a.:

Trunkenheitsfahrt (§ 316 StGB) 

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b StGB)

Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB)

Verbotene Kraftfahrzeugrennen (§ 315d StGB)

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB Fahrerflucht)

Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG) 

Kennzeichenmissbrauch (§ 22 StVG)

Fahren ohne Kfz-Haftpflichtversicherung (§ 6 PflVG)

und weitere Straßenverkehrsdelikte.

Anders als Ordnungswidrigkeiten werden Verkehrsstraftaten nicht mit einem Bußgeld oder einem Fahrverbot geahndet. In der Regel werden bei Verkehrsstraftaten Geldstrafen oder Freiheitsstrafen verhängt. Neben der Verhängung von Geld- oder Freiheitsstrafen, wird oftmals gleichzeitig die Fahrerlaubnis entzogen und eine „Sperre“ von mehreren Monaten bis hin zu mehreren Jahren verhängt. Regelmäßig wird sogar das Tatmittel (das Fahrzeug) entzogen.

Fahren ohne Fahrerlaubnis, § 21 StVG

Doch auch wer keinen Führerschein besitzt und dennoch ein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt, macht sich nach § 21 StVG strafbar. Abgesehen von einer Strafe, muss der Betroffene mit einer längeren Sperre rechnen. Für einen Führerscheinanwärter wird dies Folgen haben.

Alkohol und Drogen im Straßenverkehr

Häufig werden Verkehrsstraftaten mit Bezug zu Alkohol oder Drogen geahndet. Hier kommt es auf die Konzentration des jeweiligen Wirkstoffes zum Zeitpunkt der Fahrt im Blut an. Es zählen Grenzwerte und diverse Berechnungsformel, um eine mögliche relative oder absolute Fahruntüchtigkeit feststellen zu können. Häufig werden diese seitens der Ermittlungsbehörden unzureichend angewendet bzw. zugrunde gelegt. Insofern reicht der bloße Vorwurf von Alkohol oder Drogen im Blut nicht aus.  

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Ein einfacher Geschwindigkeitsverstoß kann schnell in einem Unfall mit Personenschäden enden (fahrlässige Körperverletzung § 229 StGB, fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge § 227 StGB oder fahrlässige Tötung § 229 StGB). Welches Strafmaß für die Tat in Frage kommt, hängt auch stark vom eigenen Verhalten nach dem Unfall ab. 

Illegales Autorennen, § 315d StGB

Seit Oktober 2017 stehen auch „illegale Autorennen“ gemäß § 315d StGB unter Strafe. Eine Vielzahl von Todesfällen verursacht durch unerlaubte Autorennen durch die Städte Deutschlands in Vergangenheit, war der Anlass für dieses Gesetz welches bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. Die Sanktionierung als bloße Ordnungswidrigkeit wurde nicht mehr als ausreichend gesehen. Zudem sind nun in vielen Großstädten die sogenannten „Soko Autoposer / Rennen“ auf der Jagd. Unter Strafe steht nun, wer an einem Rennen mit zwei oder mehr Teilnehmern teilnimmt, in dem man entweder eine längere Strecke gegeneinander fährt oder sich eine Beschleunigungsjagd auf kurzer Distanz (Ampel zu Ampel) liefert. Oder ein Rennen gegen sich selbst führt, in dem man als „Alleinraser“ mit nicht angepasster Geschwindigkeit, grob verkehrswidrig und rücksichtlos fährt, um so schnell wie möglich zu sein. Werden bei einem Rennen andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder gar verletzt, droht eine höhere Strafe.     

In der heutigen Zeit kann der Führerscheinentzug und Fahrzeugentzug für einige Existenzgefährdend werden. Ein Strafverteidiger kann hier die richtigen Rechtsmittel einlegen und Sie gegebenenfalls hiervor schützen.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB

Ein kleiner Schaden durch einen Unfall, die Zeitnot und der handschriftlich hinterlegte Zettel an der Windschutzscheibe, können schnell die Unfallflucht begründen. Dies wiederum führ neben einer Strafe meist zum Führerscheinverlust, sowie Punkte in Flensburg. Oft kommt es vor, dass man erst durch die Vorladung der Polizei von einem Unfall erfährt. Hier sollten Sie bevor Sie eine Einlassung abgeben, einen Strafverteidiger beauftragen.

Gerade bei Verkehrsstraftaten halten viele einen Strafverteidiger für nicht notwendig. Dieser Irrglaube rächt sich spätestens vor Gericht. Denn nach einem Führerscheinentzug droh meist die berüchtigte „MPU“. 

Lassen Sie sich von mir in einem persönlichen Gespräch umfassend beraten und verteidigen.