Kapitalstraftaten (Mord & Totschlag)

Kapitalstraftaten umfassen alle Delikte die gegen das menschliche Leben gerichtet sind. Hierzu zählen insbesondere die Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag. 

Kapitalstraftaten erwecken in der Regel außerordentlich große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Wo Mord oder Totschlag angeklagt sind, sind die Medien nicht weit entfernt. Nirgendwo anders ist der Druck bei den staatlichen Institutionen aber auch bei der Verteidigung so groß. Dies ist nachvollziehbar, denn bei einer Verurteilung kann eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen. 

Totschlag

Geschütztes Rechtsgut ist das menschliche Leben. Das Gesetz setzt voraus, dass der Täter einen Menschen vorsätzlich tötet. Der Totschläger wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Mord

Der Straftatbestand des Mordes gemäß § 211 StGB ist erfüllt, wenn der einen anderen Menschen 

  • aus Mordlust,
  • zur Befriedigung des Geschlechtstriebes 
  • aus Habgier
  • aus sonstigen niedrigen Beweggründen
  • heimtückisch
  • grausam
  • mit gemeingefährlichen Mitteln
  • um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken

tötet. Mörder werden mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. 

Tötung auf Verlangen

Hierzu ist der Straftatbestand der Tötung auf Verlangen nach § 216 StGB abzugrenzen. Hat der Täter sich auf Verlangen des Getöteten zu der Tat verleiten lassen, wird die Strafe gemildert. Das Verlangen des Getöteten muss jedoch eindeutig sein.

Schwangerschaftsabbruch 

Geschütztes Rechtsgut des Schwangerschaftsabbruchs nach § 218 StGB ist das sich im Mutterleib entwickelnde ungeborene menschliche Leben. Erfasst wird daher der Zeitraum von der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter der Schwangeren bis zu dem Beginn der Eröffnungswehen. 

Erst im Anschluss daran schließt sich der Schutz des Menschen im strafrechtlichen Sinne. 

Aussetzung

Die Aussetzung nach § 221 StGB schützt die körperliche Unversehrtheit. Das Gesetz beinhaltet zwei Tathandlungsvarianten, in dem der Täter einen Menschen in eine hilflose Lage versetzt oder einen Menschen in einer hilflosen Lage im Stich lässt, obwohl er ihn in seiner Obhut hat oder ihm sonst beizustehen verpflichtet ist. 

Fahrlässige Tötung

Die fahrlässige Tötung eines Menschen steht ebenfalls unter Strafe. Das Gesetz sieht hierfür Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.